Die 36. Internationale Konferenz der ESTA in Bern, Schweiz, 30. April bis 4. Mai 2008

Der Inhalt dieser Konferenz war durch ein Komitee und die Schweizer Vize-Präsidentin Elisabeth Frei-Kuster im Vorstand sehr gut organisiert und wohl überdacht. Besonders waren Barbara Doll, Ruedi Bernet und Kaspar Zwicky maßgeblich beteiligt. Werner Schmitt hatte dafür gesorgt, dass das 150-jährige Jubiläum des Berner Konservatoriums gemeinsam mit dem ESTA-Kongress gefeiert wurde.

Die internationale ESTA-Präsidentin Edith Peinemann und Barbara Doll begrüßten uns zu Beginn bei einem Empfang im Berner Rathaus. Am Abend gab es ein „Gala-Konzert“ im Berner Kultur-Casino. Das Berner Symphonie-Orchester begleitete herausragende Schüler des Konservatoriums. Die Solisten waren drei jugendliche Geiger mit Vivaldi und Sarasate, und Thomas Demenga mit dem Cello-Konzert von Edward Elgar. Der Abend endete mit Janaceks Sinfonietta.

Im Paul-Klee-Museum fand ein hinreißendes Konzert des Paul-Klee- Ensembles (Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier) statt. Werke von Ravel, Bartok und Elliott Carter wurden mit Elan, Virtuosität und Verständnis gespielt.

Im Verlauf des Ausflugs an den Thuner See, an dem Brahms in mehreren Sommern gerade für die Streicher so wunderbare Musik komponierte, gab es die F-Dur Cellosonate im Saal Beau Rivage zu hören. In der Musikschule Thun folgte die Violinsonate d-Moll. Weiter ging es an den sonnenbestrahlten See, mit den Berner Bergen im Panorama dahinter zum Hotel Seepark. Dort empfingen uns vier Cellistinnen cello4fun mit ihren elektronisch verstärkten Instrumenten. Weitere leichte Muse folgte mit einem Jazz-Quartett, und schließlich die Bonbons der Kreisler- Stücke, die von Thomas Füri und James Alexander gespielt wurden.

Eine unglaubliche organisatorische Leistung stellte das sogenannte Sternspiel Orage d'Oiseaux dar: die Komponistin und Geigerin Isabel Wullschleger war von der ESTA Schweiz beauftragt worden, aus vier Volksliedern aus den vier Sprachregionen der Schweiz ein Stück zu komponieren, welches von etwa fünfhundert Jugendlichen aus allen Teilen der Schweiz auf dem Bundesplatz in Bern mit viel Begeisterung, trotz akustischer Probleme, aufgeführt wurde.

Ein weiterer Höhepunkt des Kongresses war der Sonatenabend der Präsidentin Barbara Doll mit ihrer Pianistin Cristina Marton: Violinsonaten von Brahms, Janácek, Enescu, und die Hebräischen Melodien von Joachim für Bratsche wurden mit größter geigerischer Meisterschaft, vielen Klangfarbenabstufungen, Temperament und Intensität gespielt.

Mit einer Jubiläumsparty ging der Kongress in großen Rahmen, in der festlichen Arena Kursaal, mit Essen, Reden und Musik zu Ende. Auf Wiedersehen in Wien!

Vorträge:

Werner Schmitt (CH) Die Geschichte des Berner Konservatoriums
Walter Grimmer & Eva Zurbrugg (CH) Das Berner Konservatorium: Unterschiede zur heutigen Ausbildung und der Einfluss von Max Rostal
Louise Hopkins (UK) Masterclass für Cello
Palvi Arias (FIN) Das Polifonia-Projekt
Bettina Keller (CH) Schweizer Volksmusik und Volkstänze für Kontrabass-Orchester
Käthi Gohl (CH) Neue Musik und Improvisation
Beatrix Borchard (D) Joseph Joachim: sein Leben und Wirken
Edith Peinemann (D) Das Doppelkonzert von Brahms
Anna Modesti (CH) Der didaktische Aufbau des Unterrichtes betreffend Gruppen
Regina Hui (CH) Schweizer Volkslieder singen
Thomas Füri (CH) Kreislers Stücke - noch zeitgemäß?
Anders Groen (DK) Der lange Weg von leeren Saiten bis zu Mahler
Philippa Bunting (UK) Perspektiven des Klassenunterrichts auf Streichinstrumenten
Roland Moser (CH) György Kurtag: "Signs, Games and Messages"
Romeo Alavi Kia (D) Der Zusammenhang von Atmung und Klang bei den Streichinstrumenten
Paul Jakobs (B) Geigenbauer ohne Grenzen
Corinne Zurfluh (CH) Ein Projekt in Indien
Lutz Jäncke (CH) Gehirnforschung bei Berufsmusikern
Ferenc Szecsödi (H) Geheimnisse der berühmten Geigenschule von Hubay
Merit Palas (FIN) Die Rhetorik in Bachs Chaconne
David Sella (Israel) Haftung und Bewegung in der Cellotechnik
Noldi Adler (CH) & Mauno Järvelä (FIN) Volksmusik spielen (Workshop)

Delegiertenversammlung: Hauptergebnisse

  1. Sektionen, die ihre Beiträge nicht bezahlen, sollen ausgeschlossen werden.
  2. Wahlen: Es bleiben im Präsidium: Edith Peinemann (D), Karen Valeur (DK), Peter Esswood (UK). Anstatt Käthi Gohl-Moser und Kjell Hamrén wurden gewählt: Eva Bogren (S) und Agnes Stein v. Kamienski (D).
  3. Griechenland wird aufgenommen. Die Länder Kosovo, Bulgarien und Portugal wollen beitreten.
  4. ESTA-Partner: Polifonia; ESTA Edition Müller&Schade, Bern.
  5. Die Koch-Stiftung will bei dem Kongress in Wien 2009 einen Orchester-Workshop für ESTA-Studenten unterstützen.
  6. Die Vorschau für die nächsten internationalen Konferenzen: 2009 Wien, 2010 Brügge, 2011 Schweden, 2012 eventuell Deutschland? 2013 UK

Barbara Ströbel-Brack
Kurzfassung von Janet Thomas

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